Was ist TaiJi?
TaiJi setzt sich aus innerer und äußerer Schule zusammen. Beides gehört zusammen, wobei der Schwerpunkt - im Gegensatz zum GongFu - auf der inneren Schule liegt. In knappen Worten kann man TaiJi als "Selbstverteidigung gegen imaginäre Gegner in Zeitlupentempo" beschreiben. TaiJi wurde im alten China von GongFu-Kämpfern zur Rehabilitation nach Verletzungen und zur Fitnesserhaltung im Alter praktiziert.
Heutzutage gibt es genauso wie in den vielfältigen Kampfsport- Stilen auch im TaiJi verschiedene Stile und Schulen, von denen viele behaupten, das einzig Wahre zu sein, und die sich gegenseitig nicht grün sind. Die aus legitimatorischen und finanziellen (trademark) Gründen vorgenommenen Abgrenzungen führen zu einer Unübersichtlichkeit, die noch durch Mangel einer obersten Autoritäts-Instanz und durch Sprach- und Übersetzungsprobleme vergrößert wird.
Unabhängig davon, dass sich TaiJi immer einzigartig in dem verkörpern wird, der es ausübt, gibt es verbindende Grundelemente und Ideen ueber alle Grenzen hinweg.
Herkunft des TaiJi Bayreuth
Die Formen, die gelaufen werden, kommen von Großmeister R.-J. Loewel (9. Dan GongFu) vom Bushido-Sport-Club Oldenburg, Meister in diversen Disziplinen, der diese u.a. im Shaolin Tempel Henan erlernt hat. Viele der Formen können auch schnell gelaufen werden und haben ihren Selbstverteidigungs-Charakter nicht verloren. Es gibt kurze und lange Faust- und Waffenformen (Stock, Schwert) und Atemformen (QiGong).
Unterricht
Der Unterricht teilt sich normalerweise auf in eine halbe Stunde Aufwärmtraining (Aufwärmen, Muskeltraining, Dehnen, Lockern) und eine Stunde TaiJi. Zum Erlernen einer Form ist es notwendig, sich ersteinmal mit der physischen Grundstruktur, sprich den Bewegungen und Stellungen, vertraut zu machen. In einem zweiten Schritt wird dann auf den Atem und die Prinzipien des TaiJi eingegangen. TaiJi ist keine Sportart, bei der man sich an einen schnellen Erfolg klammern könnte - getreu dem daoistischen Prinzip: der Weg ist das Ziel. Daher ist regelmäßige Teilnahme Voraussetzung.
Philosophie
Von den vielen Leitsätzen des TaiJi hier stichpunktartig das Wichtigste:
Auch ein Einarmiger kann Gongfu lernen
Jeder kann TaiJi erlernen, jeder kann innerhalb seiner eigenen koerperlichen Voraussetzungen arbeiten.
Prinzip loslassen
Der Weg ist das Ziel, wichtig ist das Tun, unabhängig von Erfolgskategorien; dies bedeutet auch, jetzt und hier vollkommen da zu sein.
Yin-Yang-Prinzip
Jede Bewegung hat Anfang und Ende, einen vorbereitenden und einen ausfuehrenden Teil und in einem staendigen Fluss befindliche Gewichtsverlagerungen.
Alter junger Baum
Die Kraft kommt aus dem Boden, aus der Stellung (Beinmuskeln), der Oberkörper ist geschmeidig, der Körper aufrecht.
Einen Seidenfaden spinnen
Die Bewegungen sind gleichmaäßig und sanft.
Wer andere besigt, hat Muskelkraft, wer sich selbst besiegt, ist stark.
Dojo-Etikette
Erscheine pünktlich und in passender Kleidung.
Achte Deine Mitschüler und Trainer.
Achte die Überlieferung Deiner Disziplin und respektiere die Disziplinen anderer.
Übe regelmäßig, geduldig und ernsthaft.
Hinterlasse den Trainingsraum sauber.
Wenn Du nicht zum Training kommen kannst, sage am besten vorher per Telefon oder email Bescheid.